Aktuelle Mitteilungen
Wichtige Ergebnisse vom letzten Treffen des kämpferischen Frauenrats

Liebe Frauen und Mädchen!


Wir möchten euch heute über ein sehr spannendes, ergebnisreiches und weitreichendes Treffen des kämpferischen Frauenrates am 25. Juni 2016 informieren.

Auf unserer Tagesordnung standen die Beurteilung der allgemeinen (frauen-) politischen Lage, die Auswertung der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Kathmandu, sowie die Planung unserer weiteren Arbeit. Das wichtigste Ergebnis dieser angeregten Planungsdiskussion möchten wir euch heute mitteilen:


Wir Weltfrauen in Deutschland werden vom 5. bis 9. November

in Gelsenkirchen Gastgeberinnen eines

ereignisreichen frauenpolitischen Ensembles sein:

Nationale Frauenversammlung am 5.11.;

Geburtstagsfeier 20 Jahre Courage am 5.11. abends;

Europakonferenz der Weltfrauen am Sonntag, 6.11.;

Weltkoordinatorinnentreffen 7. bis 9.11.2016.

weiter …
 
Kriterien für die Wahl der Delegierten aus Deutschland sind:

Sie muss

  • in der Frauenbewegung verwurzelt zu sein.

  • den Prozess und die Prinzipien des Frauenpolitischen Ratschlags und der Weltfrauenkonferenz kennen und im Prozess aktiv mitarbeiten.

  • sich in der praktischen Basisarbeit empfohlen zu haben, d.h. aktiv in der Frauenbewegung an der Basis sein und von einer Basisgruppe oder -bewegung unterstützt und begründet vorgestellt zu werden.

  • eine solidarische, demokratische Streitkultur pflegen und aktiv für die internationale Solidarität eintreten.

  • einen kollektiven, gründlichen und zuverlässigen Arbeitsstil pflegen, bei der Wahl persönlich anwesend zu sein und Rechenschaft über ihr Arbeit abzulegen.

  • bereit zu sein, sich in alle Themen der Weltfrauenbewegung einzuarbeiten.

  • die Plattform der Jungen Weltfrauen fördern.

  • aktiv und kontinuierlich ihre Verantwortung wahrnehmen bis zur nächsten Weltfrauenkonferenz.


Ergänzend sollen für die Kandidatinnen für Europakoordinatorin folgende Kriterien gelten:


  • sie sollen sich in der internationalen Frauenbewegung in ihren verschiedenen Strömungen auskennen und gezeigt haben, auf Augenhöhe mit ihnen zusammenarbeiten.

  • Einen Generationswechsel repräsentieren auf der Grundlage, sich in der internationalen Frauenbewegung bereits Autorität erkämpft, Rückgrat und eine überzeugende Streitkultur bewiesen haben.

 
Solidaritätserklärung für Fatma Sik Barut

Delegation der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen

nach Diyarbakır


Vom 1. bis 4. Juli waren wir als Delegation der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Diyarbakır. Wir wollten uns dort über die aktuelle Lage der Bevölkerung informieren und unsere Solidarität mit ihrem Kampf bekunden.

Was wir dort gesehen und gehört haben, hat uns sehr betroffen und auch wütend gemacht. Die ungeheure und planmäßige Vorgehensweise, mit der die türkische Regierung einen neuen Genozid an der kurdischen Bevölkerung durchführt, war für uns überhaupt nicht vorstellbar.

Seit einem Jahr hat sich die Lage in Kurdistan extrem verschärft. Die kurdischen Stadtverwaltungen bestehen in jedem Amt aus 2 Personen, einer Frau und einem Mann. Diese Co-Leitung wird von der türkischen Regierung nicht anerkannt. Es kommt ständig zu Verhaftungen von Mitgliedern der Stadtverwaltungen, vor allem von Frauen.

Im Distrikt Sur (Diyarbakır) hat es Fatma Sik Barut getroffen. Sie ist dort Co-Bürgermeisterin und wurde inhaftiert. In der Haft lebte sie in einer sehr kleinen Zelle. Sie durfte zusammen mit anderen Gefangenen nur sehr selten Nachrichten sehen, so dass sie sich über die sich ständig verändernde Lage nur schwer informieren konnte. Erst vor kurzem wurde sie aus der Haft entlassen. Gleichzeitig wurde sie jedoch ihres Amtes enthoben (obwohl das rechtlich gar nicht möglich ist, da sie gewählt wurde). Von der türkischen Regierung wurde Anklage aufgrund von § 302 – Teilung des Heimatlandes - gegen sie erhoben. Ihr droht eine lebenslange Haftstrafe (36 Jahre).

Wir haben Fatma bei unserem Besuch persönlich kennen gelernt. Sie hat uns erklärt, dass sie für die Selbstbestimmung des kurdischen Volkes eintritt. Dies bedeutet jedoch keine Teilung des Heimatlandes, sondern im Gegenteil, das alle Volksgruppen innerhalb des türkischen Staates selbstbestimmt und friedlich zusammen leben.

Wir protestieren auf das Schärfste gegen die Repressionen gegen Fatma Șik Barut und fordern die Aufhebung des Verfahrens gegen sie und die sofortige Wiedereinsetzung in ihr Amt als Co-Bürgermeisterin des Distrikts Sur in Diyarbakir!

 

Anne Wilhelm, Kämpferischer Frauenrat; Ulrike Held und Birgit Schuttenberg, Frauenverband Courage; Inessa Kober, Jugendverband Rebell


Link zur Resolution auf Englisch:

160711 declaration of solidarity for Fatma

 



 
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